SOL Schule für Offenes Lernen

Was wollen wir

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Warum eine andere Schule? In der SOL Schule für Offenes Lernen haben sich LehrerInnen und Eltern zusammengefunden, weil sie Ansprüche und Überzeugungen haben.

Ansprüche: Die Schule soll die Bedürfnisse und Fähigkeiten der SchülerInnen ernst nehmen.
Überzeugungen: Eine Schule, die anders ist als die bestehenden, die sich vom “Normalen” und “Selbstverständlichen”, von der Behauptung, wie es in der Schule immer gewesen sei und deshalb immer sein werde, löst und pädagogische Ideale konsequent umsetzt – eine solche Schule ist nötig, ist möglich und wird Erfolg haben.

Eine menschenfreundliche Schule für die Gegenwart 

Schulzeit ist Lebenszeit. Schüler und Schülerinnen sind nicht nur zukünftige Erwachsene, die lernen müssen, was sie später nötig haben werden. Sie sind vollwertige Menschen, die ein Recht haben auf eine erfüllte Kindheit und Jugendzeit. Die Schule nimmt darin einen breiten Platz ein. Sie muss den
Heranwachsenden eine sinnvolle Gestaltung ihres jetzigen Lebens ermöglichen, sie ernst nehmen in ihren Bedürfnissen; ihre Sinne, ihre Gefühle, ihren Verstand und ihren Körper ansprechen und sich entfalten lassen. Das ist die Voraussetzung dafür, dass die SchülerInnen die selbstverständlichen
Kulturtechniken (Sprache, Lesen, Schreiben, Rechnen, Naturwissenschaften, Fremdsprachen, Umgang mit Computer und Internet) erwerben können.

Eine Schule, welche die Persönlichkeit der Kinder und Jugendlichen achtet

Kinder und Jugendliche haben das grundlegende Recht, ernst genommen zu werden, ihre Bedürfnisse wahrzunehmen, über ihre Lebensgestaltung selbst zu entscheiden. Zu ihren Rechten gehört aber auch dasjenige auf Geborgenheit, auf speziellen Schutz vor äusserem Druck und vor den Ansprüchen aller
möglichen Moden, seien es kommerzielle oder pädagogische. Wir widersetzen uns der trendigen Forderung, die Menschen müssten auf die (ständig wechselnden) Bedürfnisse der Wirtschaft hin ausgerichtet werden, sondern halten am alten humanistischen Ideal der Persönlichkeitsentfaltung fest. Jedes einzelne Kind, jede und jeder Jugendliche wird in seiner Eigenart geachtet und unterstützt. Gelingt uns das, können die Kinder und Jugendlichen auch Achtung vor ihren Mitmenschen und der gesamten Mitwelt entwickeln.

Eine Schule für die Gestaltung der Zukunft

Indem die Schule der Entfaltung der Persönlichkeit, der eigenverantwortlichen Lebensgestaltung und dem Respekt für die Gemeinschaft Priorität einräumt, bereitet sie die Kinder und Jugendlichen genau auf die Anforderungen vor, die in der gegenwärtigen und zukünftigen Gesellschaft auf sie zukommen:
Selbständigkeit, Teamfähigkeit, Flexibilität, die Lust am Weiterlernen, die Fähigkeit, sich mit der Realität auseinanderzusetzen, und die Bereitschaft, soziale und oekologische Verantwortung zu übernehmen. Unsere Schule unterstützt die SchülerInnen darin, die Fähigkeiten zu entwickeln, um nützliche Mitglieder der Gesellschaft zu werden. Das schliesst auch ein: die Gesellschaft nach ihren Bedürfnissen und in Respekt vor den Bedürfnissen ihrer Mitwelt zu gestalten.

Wer sind wir

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Die SOL Schule für Offenes Lernen ist aus der Freien Volksschule Basel (FVB) hervorgegangen. Diese wurde 1982 gegründet. 1999 hat das LehrerInnenteam mit einer Mehrheit der Eltern nach internen Konflikten die Schulgemeinschaft in Pratteln, seit 2000 in Liestal, neu aufgebaut. Die SOL ist also eine neue Schule mit zwanzigjähriger Erfahrung.

Die SOL umfasst die gesamte Volksschule, 1. bis 10. Klasse. Sie führt keine Jahrgangsklassen, sondern funktioniert als Gesamtschule und erinnert darin etwas an die alten Dorfschulen.

Nicht für jedes Kind resp. Jugendlichen ist die SOL die richtige Schule. Vor der Aufnahme ist eine genaue Bedürfnisabklärung nötig. Die Schule steht aber grundsätzlich allen offen und verzichtet bewusst auf Selektion und Noten. Mit ihrer Struktur als Gesamtschule und dem reformpädagogischen Ansatz, der die SchülerInnen in ihren je eigenen Fähigkeiten und Besonderheiten ernst nimmt, erweist sie sich für die unterschiedlichsten Kinder und Jugendlichen als ideal. Besonders begabte SchülerInnen können hier – genauso wie SchülerInnen mit bestimmten Schwierigkeiten – in ihrem eigenen Tempo lernen. Die Schule kann dank ihrem besonderen Konzept auf die verschiedensten individuellen Bedürfnisse eingehen.

Ganz natürlich bewährt sich das Konzept auch zur Integration geistig und körperlich behinderter Kinder. Die Schule hat damit grosse Erfahrung und beste Erfolge auszuweisen. Für die sogenannt “normalen” SchülerInnen erweist sich das Zusammenleben mit Behinderten als in vielerlei Hinsicht sehr förderlich.

Die SOL orientiert sich konsequent an den anspruchsvollen Leitzielen des staatlichen Lehrplans und vermittelt neben Haltungen und grundlegenden Fähigkeiten die für unsere Gesellschaft notwendigen Kulturtechniken. Sie hält sich aber nicht im Detail an die staatlichen Stoffpläne, da sie gerade das
Unterrichten mit Stoffdruck und nach starren äusseren Vorgaben für unpädagogisch und für schädlich hält für die Entwicklung der Persönlichkeit und der Lernlust. Die Schule untersteht der Aufsicht durch das Basellandschaftliche Amt für Volksschulen, das an ihr auch schon eine ihrer ersten Schulevaluationen durchgeführt hat.

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Die Erfahrung zeigt, dass sich unsere SchülerInnen in den weiterführenden Ausbildungsgängen, sei es eine Diplomschule, ein Gymnasium oder eine Berufslehre, bewähren. Sie zeichnen sich dort durch überdurchschnittliches Interesse, Selbständigkeit, Verantwortungsgefühl und Selbstbewusstsein aus.
Wer aus unserer Schule kommt, ist bestimmt nicht lernmüde und hat nicht den “Verleider”.
Das LehrerInnen-Team besteht aus Fachkräften aller Schulstufen sowie verschiedener Bereiche (Begabungsförderung, Theaterpädagogik, Sozialpädagogik, Legasthenietherapie, Psychotherapie, Heilpädagogik). Die LehrerInnen setzen ihre Fähigkeiten und Erfahrungen aus den verschiedensten
Bereichen in unserer Schule um. Gemeinsam werden an den wöchentlichen Sitzungen und den regelmässigen Weiterbildungen die Entwicklung der SchülerInnen besprochen, neue Ideen entwickelt und umgesetzt und das Schulkonzept verfeinert.

Als nicht-staatliche Schule tragen wir alle Kosten selbst. Die Schule finanziert sich über Schulgelder, die den finanziellen Verhältnissen der Eltern angepasst sind. Es ist uns wichtig, die Schulkosten sozial abzustufen und solidarisch zu tragen. Der individuelle Schulbeitrag wird in einem Gespräch vereinbart. Von den Eltern wird zudem ideelle und praktische Mitarbeit im Rahmen ihrer Möglichkeiten erwartet.

Zur Zeit bilden 60 SchülerInnen zusammen mit 16 fest angestellten LehrerInnen und MitarbeiterInnen (die sich in 13 Stellen teilen) die Schulgemeinschaft. Es besteht eine rege Nachfrage nach Plätzen, doch können wir nicht alle InteressentInnen aufnehmen. Die Schule soll klein bleiben, damit die persönlichen Beziehungen weiterhin im Zentrum stehen können.

Wie machen wir Schule

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Reformpädagogik

Wir respektieren die individuelle Eigenart jedes Menschen, also auch unserer SchülerInnen. Sie sollen sich ihre Welt selbst erobern und sie gestalten. Wir betreiben eine Pädagogik der Erfolgserlebnisse. Wenn sich Kinder und Jugendliche an ihren Erfolgen stärken, können sie auch mit Misserfolgen besser umgehen.

Uns inspiriert die Reformpädagogik von verschiedenen Pädagoginnen, wie z.B. Célestin Freinet sowie die humanistische Psychologie von Carl Rogers, die alle auf ähnlichen Grundlagen aufbauen, und ihre Weiterentwicklungen. Im Speziellen lassen wir die Ideen der Freinet-Bewegung in unseren Schulalltag einfliessen und stehen im Austausch mit LehrerInnen und ihren Klassen, die an den verschiedensten Schulen die Freinet-Pädagogik weiterentwickeln.

Unser Interesse gilt der weiteren Entwicklung des Schulwesens insgesamt. Alternativschulen beziehen ihre Berechtigung auch aus dem Ausmass, in dem sie die Regelschule befruchten können. Daher sind wir aktiv in der Schulentwicklung und der LehrerInnenfortbildung tätig.

Offener Unterricht

Der offene Unterricht bietet Kindern und Jugendlichen die geeignete Umgebung, in der sie sie selbst sein können und sich auf ihre je eigene Weise und in ihrem individuellen Tempo entwickeln. Speziellen Wert legen wir auf individuelle Entdeckung, unmittelbare Erfahrung und schöpferische Arbeit.

Künstliche Trennungen von Spiel und Arbeit oder von verschiedenen Fächern werden aufgehoben. Sie sollen sich ergänzen und nicht konkurrenzieren. Die Schulräume sind als Ateliers mit unterschiedlichem Inhalt eingerichtet und bieten reichlich anregendes Material für Entdeckungen und Erfahrungen. So
können im Mathematik-Atelier Erfahrungen gesammelt werden zu Gewichten, Mengen, Zahlenreihen, Gleichungen etc. Weitere Ateliers stehen zur Zeit zur Verfügung für Sprache und Schreiben, Französisch, Englisch, Naturkunde, Musik und Theater, Geographie und Geschichte, Werken und Gestalten sowie Nähen. Nach den Bedürfnissen der SchülerInnen und der Gemeinschaft
entstehen weitere Ateliers und sogenannte Clubs (Arbeitsgemeinschaften von SchülerInnen), die sich zusammen mit einer Lehrperson mit speziellen Themen auseinandersetzen.

Soziales Lernen

Soziales Lernen findet statt, wenn unterschiedliche Menschen gemeinsam tätig sind und sich um Respekt für jedes Individuum, aber auch für die Gemeinschaft bemühen. Wir sind eine Gesamtschule mit Kindern und Jugendlichen von 6 bis 17 Jahren. SchülerInnen mit den verschiedensten
Fähigkeiten gehören zu unserer Schulgemeinschaft und werden nicht künstlich auseinander dividiert.

Die Kinder und Jugendlichen übernehmen Verantwortung für die Gemeinschaft. Die verschiedenen Aufgaben – Morgenessen und Znüni bereitstellen, Mittagessen kochen, Schulkonferenz leiten, Bibliothek betreuen, Putzplan erstellen, Post bringen resp. abholen und vieles mehr – sind einer
Schülerin, einem Schüler oder einer kleinen Gruppe zugeteilt. JedeR kann so mit der Übernahme von Verantwortung den Lebensraum Schule aktiv mitgestalten und somit ein gutes Selbstwertgefühl entwickeln.

Inklusion

Das Konzept der Schule macht es möglich, dass Kinder und Jugendliche mit unterschiedlicher Begabung und Persönlichkeit miteinander, aneinander und durch einander lernen können. Konsequenterweise integrieren wir auch ein bis drei geistig oder körperlich behinderte Kinder und Jugendliche – mit viel Erfolg. Weil keine starren Lernprogramme in Jahrgangsklassen mit
einheitlichem Anspruchsniveau durchgearbeitet werden müssen, befinden sich die SchülerInnen mit besonderen Begabungen und die behinderten SchülerInnen nicht fortwährend in einem Sonderstatus als diejenigen, welche ständig unterfordert sind, oder als diejenigen, welche die Lernziele ohnehin nicht erreichen.

Auch die behinderten Kinder und Jugendlichen beteiligen sich an den Schulaktivitäten, Lagern, Ausflügen, Schulproduktionen. Durch ihre Integration in den Schulalltag, die von einer Fachperson unterstützt wird, gewinnen sie ein doppeltes Selbstbewusstsein: Sie werden sich einerseits ihrer Behinderung bewusst und lernen sich andererseits in einer Welt der Nicht-Behinderten behaupten. Diese Form der Inklusion ist für alle SchülerInnen wertvoll. Sie verstärkt den Impuls zur gegenseitigen Achtung und Hilfsbereitschaft und das Bewusstsein dafür, dass alle Menschen ihre eigenen Begabungen und Schwächen haben.

Schule ohne Not(en)

Einen Menschen akzeptieren heisst auch anerkennen, dass er seinen eigenen Rhythmus hat. Eine Selektion mit Noten oder Übertrittsbedingungen vermeiden wir bewusst. Wir wollen positive Erfahrungen beim Lernen vermitteln. Die SOL arbeitet seit jeher mit Portofolios. Die SchülerInnen legen deshalb eine
Dokumentation an darüber, was sie gelernt und geschaffen haben. Wir fördern das Lernen aus Freude und Eigeninteresse und lehnen Notendruck und Leistungsmessung an starren Kriterien ab. Dadurch müssen wir uns bei den Lerninhalten auch nicht auf das beschränken, was messbar und benotbar ist.
Wir unterliegen also nicht der Banalisierung der Inhalte, wie sie für Schulen, welche Selektion mittels Noten betreiben, typisch ist.

Wir beraten die älteren SchülerInnen in der Berufswahl, ermöglichen Praktika und ziehen ehemalige SchülerInnen bei, die von ihren Erfahrungen nach der obligatorischen Schulzeit berichten. Die SchülerInnen werden bei Bedarf darin unterstützt, sich die nötigen Fähigkeiten zu erwerben, die sie für den Übertritt in die anschliessenden Ausbildungsgänge benötigen. Die Erfahrung zeigt, dass
unsere SchülerInnen sich in den nachobligatorischen Ausbildungen bewähren und von den Ausbildungsverantwortlichen geschätzt werden.

Einbezug der Eltern

Unsere Schule lebt nicht nur vom Engagement der LehrerInnen und SchülerInnen, sondern auch von dem der Eltern. Eine grundlegende Qualität von Schule besteht zwar darin, dass Kinder und Jugendliche in einen Erfahrungsbereich treten, der über denjenigen der eigenen Familie hinausreicht. Trotzdem sollen die Eltern aus dem Lebensbereich Schule nicht ausgeschlossen sein. Ihre Mithilfe ist in verschiedensten Bereichen gefragt. Häufige Gespräche der LehrerInnen mit den Eltern helfen, die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen genauer zu erfassen und ihre Unterstützung zu koordinieren. Regelmässig finden Elternabende zur Information und zu gemeinsamer Fortbildung statt. Das Ideal ist eine Schule für alle, in der alle ihre Fähigkeiten und Kenntnisse einbringen und alle lernen und sich weiterentwickeln können.

Naturarzt

Die SOL arbeitet mit einem Naturarzt zusammen. Die Kinder und Jugendlichen können selbst bestimmen, in Absprache mit ihren Eltern, wann sie Unterstützung durch Homöopathie in Anspruch nehmen. Die Beratung findet in der Schule statt. Mit dieser ganzheitlichen Praxis haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht.

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